Fischnetz - Jäger / Gefährdete Fische und Menschen

Rainer Wiedemann zu seiner Skulptur:

Meine Überlegung für die WindArt in Travemünde war ein Fischnetz aus Edelstahl zu gestalten, in dem größere Heringsfische schwimmen, gefolgt und getrieben von größeren Raubfischen. Die symetrische Form des Netzes sollte an die Form einer Bombe oder eines Geschosses oder generell an Munition angelehnt sein, um auf die
gefahrenvolle Lage auf den Böden in der Ostsee für die Fischwelt und damit auch für den die Fische verzehrenden Menschen erinnern.
In vielen Bereichen der Ostsee - so auch in der Lübecker Bucht - wurde Kriegsmunition wie Bomben, Granaten und Minen nach dem 2. Weltkrieg verklappt. Das Munitionsmaterial ist im Laufe der Zeit so verrottet, dass die Fischwelt austretende chemische Substanzen aufnehmen kann. Insofern ist der Fisch als wichtiges Lebensmittel für den Menschen gefährdet, solange nicht die Bergung dieser Kampfstoffe abgeschlossen ist.
 
Die Heringsschwärme treibenden "bösen" Raubfische in meinem Fischnetzobjekt sind im übertragenden Sinne wir Menschen selbst, die ursächlich die Munition selbst verklappt haben und die gleichzeitig auch noch die Fische fangen und essen wollen.

Welch Widerspruch und Irrsinn!
 
 
 
Standort: Strandpromenade/Grünstrand
Material: Edelstahl
Künstler: Rainer Wiedemann

Rainer Wiedemann

1946 geboren

1968–73 Studium am Staatlichen Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung und an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, ausgebildet u.a. bei Prof. P. P. Etz: Malerei und Glasverbleiung, Prof. H. von Saalfeld: Zeichnen

seit 1969 diverse und wiederholte Ausstellungs-Beteiligungen bei Landesschauen und Jahresschauen, Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland, in Landesmuseen, städtischen Museen, Galerien und anderen Institutionen

Schwerpunkte im künstlerischen Arbeiten sind Malerei, grafische Techniken, Fotografie und Skulpturen (Holz und Stein).

Mitglied im BBK Schleswig-Holstein seit 1971, seit 2011 im Vorstand, und in der Gemeinschaft Lübecker Künstler seit 1973, in den Jahren 1981–84, 1999–2002 und von 2018 bis 2021 als 1.Vorsitzender tätig.

1973–2011 Kunsterzieher an Lübecker Gymnasien, seit 2011 freiberuflich als Künstler tätig

seit 1996 Saalgalerie mit offenem Atelier in Lübeck-Kronsforde

seit 1996 bis heute Dokumentations-Fotografie in Bezug auf die Wandlung der Arbeit in der Landwirtschaft. Ergebnis: u.a. die Ausstellung und Buchfassung "Gute Qualität muss wachsen - Landleben in Schleswig-Holstein damals und heute" (2017)

2001–2003 Betreuung krebskranker Personen auf einer Palliativ-Station. Ergebnis: Fotografische Portraits in der Wanderausstellung Lebenszeiten – Lebenszeichen

Weitere Arbeiten waren dem Niedergang der Industrie an der Trave (Hochofenwerk Herrenwyk und Flender Werft) und dem Abbruch der Herrenbrücke gewidmet: Ausstellungen und Buchfassungen „Der lange Abschied von Flender“ (2010) und „Die letzte Klappe“ (2011).

aktuelle Arbeiten in Travemünde

2020

Fischnetz-Jäger

2021

Meeresgetier - Arbeit mit Schüler*innen der 3. Klasse der Stadtschule Travemünde

 

www.rainer-wiedemann.de